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Da ist er wieder...

...der alt bekannte Frust. Man sollte meinen ich hätte mich an die Umstände, die meinen Job so begleiten nach fast vier Jahren langsam mal gewöhnt.



Mit nichten.



Ich hatte nie und habe noch immer kein Problem mit den rund heraus ekligen Seiten meiner Arbeit.

Ich hab an sich auch kein Problem mit dementiell erkrankten Patienten zu arbeiten (vorausgesetzt, sie machen mir das Leben - oder in dem Fall, die Nacht - nicht zur Hölle) und kann mittlerweile gut mit dem allgegenwärtigen Flair von Krankheit, Verfall und Tod umgehen von dem ein Altenheim unweigerlich umgeben ist.



Was mir aber immer wieder sauer aufstößt sind Kollegen. Auch solche, die ich eigentlich mag.

Weil mir ihre Einstellung - gelinde gesagt - auf den Sack geht.



Ein Beispiel: ich kann den Dienst auf der Demenzstation nicht besonders leiden. Ich bin nicht gern die ganze Nacht allein und ich habe irgendwann unterwegs die Stahlseile verloren, die ich mal an Stelle von Nerven hatte, wenns um Demente geht. Es ist einfach nicht mehr mein Ding. Zudem nehme ich von diesen Diensten immer wieder massive Rückenschmerzen mit heim, weil ein Patient, der Widerstand leistet (im Sinne von: och nee, ich dreh mich mal wieder zurück) einfach mehr "weh tut" als einer, der zwar schwer ist, aber einfach NICHTS tut. So weit, so gut.



Dann erwähne ich das gegenüber meinen Kolleginnen, die ich eigentlich wirklich leiden kann.

Und die Antwort fällt, zwischen den Zeilen gelesen, ungefähr so aus: "Ach, das geht schon alles; ich hab da nie Probleme; stell dich mal nicht so an."



Fakt ist: sie haben dieselben Probleme wie ich. Garantiert. Ich weiss das, weil manche Patienten eben einfach sind wie sie sind, egal wer da ist und egal, welche Taktik man anwendet um ihnen beizukommen.

Aber sie würden sich lieber die Wirbel einzeln zerbröseln lassen, als zuzugeben, was ihre Schwesternmentalität nicht zulässt: dass man manche Dinge eben einfach nicht kann. Oder nicht mag. Oder beides.



Ich weiss nicht, obs an meiner Ausbildung liegt oder an meiner großen Klappe oder an meinem Dickkopf, aber ich habe in vier Jahren Pflege nicht viel gemacht, was ich nicht machen wollte.

Wenn sich mir bei bestimmten Gerüchen der Magen hebt oder mich ein bestimmter Patient zur Weißglut treibt schäme ich mich nicht, meine Kollegen zu bitten, mir zu helfen, mit mir zu tauschen, mich zu entlasten - ich tu ja auch das Selbe für sie. Das ist doch das A und O in diesem Beruf - seine Grenzen zu kennen und sie zu akzeptieren. Nicht umsonst beträgt die Berufsverweildauer in der Altenpflege 5 Jahre - 3 Jahre Ausbildung bereits eingerechnet. Weil keiner sagt: "ich kann oder will das nicht!". Weil jeder meint, alles zu können sei die ultimative Prämisse.



Ich könnte das ja noch verstehen, wenn vor den Heimen Schlangen arbeitswilliger, kompetenter Pflegekräfte stünden - aber ich seh die nicht. Warum also sind Pflegende nicht in der Lage, Schwäche zuzugeben, etwas abzulehnen, sich von dieser ewigen Rolle des Helferleins zu distanzieren? Wir sind nicht ohne Weiteres ersetzbar. Wir sind Mangelware. Gerade die, die kompetent sind. Wir haben das Recht, auch mal nein zu sagen, auch mal Sonderwünsche zu haben, auch mal zu sagen: ich WILL das nicht.





Es ist traurig, dass Kollegen auf einen herab sehen, einen als schwach sehen, nur weil man seine Grenzen kennt und sich weigert, sie zu überschreiten. Ich persönlich sehe gerade das als meine Stärke - ich weiss, wann für mich Schluss ist. Ich ziehe Grenzen und halte sie ein. Ich glaube dass das der einzige Weg ist, in diesem Beruf nicht irgendwann gegen die Wand zu rennen.





In diesem Sinne wünscht euch einen frustfreien Tag....





....Devi
10.3.11 06:42


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Tod dem Buch?

Ich ärger mich. Wirklich. Ein Gespräch über das Aussterben des Buches ist der Grund für diesen Blog. Und ich finde es ärgerlich, dass es überhaupt Anlass gibt, ihn zu schreiben.



Rückblickend fand ich die FB-Aktion, sein Profilbild durch seinen Kindheits-Comichelden zu ersetzen ganz großartig. Allerdings hat sie mir auch klar gemacht, dass zwischen meiner Kindheit und der anderer ein großer Unterschied besteht: mein Kindheits-Comic-Idol war eine Figur, die ich mit 13 das erste mal über den Bildschirm flimmern sah. Weil sie generell die erste Comic-Figur war, die ich überhaupt über den Bildschirm flimmern sah. Das hat seinen Grund darin, dass meine Mutter eine Erziehungsmethode verfolgte, in der gewisse Dinge einfach als "pädagogisch nicht wertvoll" abgestempelt und verbannt wurden. So auch Animes/Mangas/Comics. Irgendwie auch berechtigt, muss ich sagen. Die Folge war, dass ich mir meine erste Barbie mit List erschleichen musste (da war ich 8), ich bis zu meinem 12. Lebensjahr nicht wusste, wie Cola schmeckt und ich eben erst mit 13 Jahren entdeckte, dass ein Fernseher mehr zu bieten hat als Tier- oder Landschaftsdokus, die Sendung mit der Maus und die Augsburger Puppenkiste.



Soweit, so gut. Aber was hab ich dann die ganze Zeit gemacht?



Ich war ungemein kreativ, habe gebastelt, gemalt, Verkleiden gespielt.

Und ich habe gelesen. Mit 5 Jahren hatte ich mein erstes Buch allein gelesen. Wer mein Zimmer kennt weiss, dass es nicht bei diesem einen geblieben ist.

Bezeichnend ist auch, dass ich in einem Spielwarenladen keine Chance bei meiner Mutter hatte, sie in einem Buchladen aber bereitwillig 70 DM auf einmal ausgegeben hat, damit ich Lesestoff habe und nicht irgendwann anfange, ihre Bücher zu lesen.

Meiner Meinung nach verdanke ich dieser Taktik große Teile meiner Kreativität - niemals hätte ich beim Verkleiden und Spielen so viele Ideen gehabt, wenn da nicht die Geschichten gewesen wären. Aus meiner kindlichen Phantasie hätte man ein Theaterstück machen können . Und auch die (von Jenny so geschätzte) Fähigkeit, mich mit Worten auszudrücken kommt meiner Meinung nach davon, dass ich so viele Wörter, Sätze, Geschichten gelesen habe von verschiedensten Autoren, in den verschiedensten Schreibstilen, den verschiedensten Zeiten und Ausdrucksweisen.



Und um zum Thema zurück zu kommen: wie sieht das heute aus? Ein Kind kann mit 5 Jahren einen Computer bedienen, aber nicht unbedingt auch lesen, was der ihm sagt.

Und selbst manch ein Erwachsener ist nicht in der Lage, einen Satz flüssig vorzulesen, geschweige denn, ihn vernünftig zu formulieren (und da wundern wir uns dass so viele Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz bekommen...).



Meines Erachtens liegt das auch daran, dass die Kinder nicht mehr lesen.

Und mit lesen meine ich "ein Buch lesen".

Ich meine damit nicht, sich am PC einen Artikel durchzulesen. Ich meine damit nicht, ein E-book zu lesen (pfui Spinne, ehrlich.).

Nein, ich meine damit, in die Geschichte einzutauchen, sie zu fühlen, Papier unter den Fingern zu spüren und das Geräusch der Seiten zu hören, wenn man sie umblättert. Ich meine damit das leise Knacken, wenn man ein Buch das erste Mal aufschlägt. Ich meine den Geruch eines Buches, dass seit 20 Jahren nicht mehr gelesen wurde und sich jetzt freut, dass es jemand tut.



Ein Buch, eine Geschichte zu lesen bedeutet auch, sie zu erleben.

Es bedeutet die Figuren der Geschichte lieben oder hassen zu lernen und mit ihnen zu fühlen.

Es bedeutet, dass man den Saharasand der Wüstengeschichte zwischen den Fußzehen spüren kann, dass man beginnt zu frieren, wenn der Autor von Schnee erzählt, dass man hört, wie der Sturm um die Mattisburg saust und Ronja Angst macht.

Es bedeutet, sich schlecht zu fühlen, als Emily ihr Augenlicht verliert (Christoph Marzi - Lycidas/Lilith/Lumen), mit Jill wütend zu sein, weil irgendwie alles schief geht (Jen Banbury - von einer, die auszog) oder gemeinsam mit Harry Bauchkribbeln zu haben, als er Cho küsst (Harry Potter und... - naa, das kennt ihr alle ^^).

Ein Buch, eine Geschichte bedeutet auch immer, zu lernen. In so vielen Büchern werden moralische Grundsätze vermittelt, erleben die Protagonisten Situationen, in denen sie Entscheidungen fällen müssen, grübeln die Charaktere über 10 Seiten über Gut und Böse. Klar, das tun sie in Filmen auch. Aber in gekürzter und mit Sicherheit weniger intensiver Form.

Kein Film, keine Doku, keine Serie kann dem Menschen (und vor allem dem Kind) so gut das Wesen der Welt und der Menschen nahe bringen wie es Bücher können. Nie wird einem ein E-Book oder ein Laptop das gleiche Gefühl vermitteln können, wie es ein Buch tut, wenn man abends im Bett liegt und eine Geschichte liest.



Ich finde, es wird Zeit das Buch zu retten. Sonst ist es irgendwann Tot.
1.12.10 15:00


Update

Joah... bin dabei mich in das Gefüge meiner neuen Arbeitsstelle einzufügen... hab auch den Eindruck, dass das ganz gut klappt.

Je nachdem mit wem ich Dienst habe ist es ganz chillig, ein bisschen hektisch oder im besten Fall zum Weglachen komisch ^^

Es geschehen die kleinen Katastrophen des Alltags (oder der Nacht ^^) und ich bekomme so langsam Routine und gehe sehr viel entspannter an die Sache ran. Außerdem penne ich nicht mehr nach jeder Nachtschicht bis 17, 18 Uhr.
Macht Spass - ich gehe tatsächlich ganz gern arbeiten ^^ und der Blick auf mein Konto, dass nach dem ersten Gehalt schon fast wieder die schwarzen Zahlen erreicht hat, macht mir die Sache auch schmackhaft Wenns jetzt noch mit dem Nebenjob klappt ist alles fein

Davon abgesehen mahlen die Mühlen weiter. Meine Mutter stresst mich, ich versinke gelegentlich immer noch im Chaos und nächstes Jahr steht eine größere Veränderung an auf die ich mich saumäßig freue ^^

Alles in allem bin ich irgendwie einfach mal zufrieden, so wie es ist - selten genug.
Endlich mal ein Monat ohne größere emotionale oder finanzielle Katastrophen. Endlich mal eine Arbeit, die mir die Möglichkeit gibt, mein Leben zu sortieren und mich wirklich am richtigen Fleck zu fühlen. Endlich mal Zeit, mich zu sortieren und ein Mann, der hinter mir steht und MIT mir arbeitet, statt gegen mich, der mich unterstützt und es hinnimmt, dass ich eben ab und an mal nicht nur für ihn existiere sondern die Nacht zum Tag mache.

Mir gehts gut


Kisses, Devi
30.10.10 13:29


Update

Joah... bin dabei mich in das Gefüge meiner neuen Arbeitsstelle einzufügen... hab auch den Eindruck, dass das ganz gut klappt.

Je nachdem mit wem ich Dienst habe ist es ganz chillig, ein bisschen hektisch oder im besten Fall zum Weglachen komisch ^^

Es geschehen die kleinen Katastrophen des Alltags (oder der Nacht ^^) und ich bekomme so langsam Routine und gehe sehr viel entspannter an die Sache ran. Außerdem penne ich nicht mehr nach jeder Nachtschicht bis 17, 18 Uhr.
Macht Spass - ich gehe tatsächlich ganz gern arbeiten ^^ und der Blick auf mein Konto, dass nach dem ersten Gehalt schon fast wieder die schwarzen Zahlen erreicht hat, macht mir die Sache auch schmackhaft Wenns jetzt noch mit dem Nebenjob klappt ist alles fein

Davon abgesehen mahlen die Mühlen weiter. Meine Mutter stresst mich, ich versinke gelegentlich immer noch im Chaos und nächstes Jahr steht eine größere Veränderung an auf die ich mich saumäßig freue ^^

Alles in allem bin ich irgendwie einfach mal zufrieden, so wie es ist - selten genug.
Endlich mal ein Monat ohne größere emotionale oder finanzielle Katastrophen. Endlich mal eine Arbeit, die mir die Möglichkeit gibt, mein Leben zu sortieren und mich wirklich am richtigen Fleck zu fühlen. Endlich mal Zeit, mich zu sortieren und ein Mann, der hinter mir steht und MIT mir arbeitet, statt gegen mich, der mich unterstützt und es hinnimmt, dass ich eben ab und an mal nicht nur für ihn existiere sondern die Nacht zum Tag mache.

Mir gehts gut


Kisses, Devi
30.10.10 13:28


Kinder Kinder...

Mich hats heute mal wieder in die City verschlagen, ein paar Dinge erledigen und ein bisschen bummeln.

Nebeneffekt: mir wurde mal wieder bewusst, wie froh ich bin 1986 geboren zu sein... irgendwie hab ich das Gefühl, die Kinder werden gleichzeitig immer früher "erwachsen" und leider im gleichen Maß dümmer.

Schon auf dem Weg zur Wartehalle kam mir das erste Rudel Halbwüchsiger entgegen, in Jogginghosen, Bench-Pullis und der passenden Idiotenkappe - und selbstverständlich mit Worten auf den Lippen, die zwar ihren Ursprung in der deutschen Sprache haben, aber wohl kaum als deutsch gelten können. Nun ja. Wer in Eberstadt lebt gewöhnt sich schnell daran.

So weit, so gut. Die nächste Konfrontation der anderen Art bestand darin, dass ich beim Einsteigen in die Bahn einer Frau mit Kinderwagen half, den selben in die Bahn zu wuchten. Wäre an sich nichts Besonders, hätten sich nicht bevor ich ihr half, geschlagene fünf Halbwüchsige in besagten Outfits an ihr vorbegedrängelt. Die Jungs waren allesamt um die 16 Jahre alt und definitiv in der Lage, ihr zu helfen. Taten sie aber nicht. Da frag ich mich doch: wenn sie einer jungen gut aussehenden Mutter nicht mit dem Kinderwagen helfen, was machen die dann mit einer alten Frau? Vor die Bahn schubsen...?

Naja. In der Stadt angekommen gings erstmal schnurstracks zum Base-Shop, meckern gehn. Vor mir standen zwei Mädels, vielleicht 15 Jahre alt, gekleidet wie die Nutten am Bahnhof - nur eleganter. Ungeachtet der Tatsache dass sich hinter ihnen eine Schlange bildete, flirteten die beiden weiter mittels belangloser Fragen mit dem armen, zu seinem offenkundigen Leidwesen recht gut aussehenden Verkäufer. Mag natürlich auch sein, dass sie einfach zu dämlich waren, zu verstehen was er ihnen da erklärte - aber nach der fünften Frage gleicher Natur hab ich da meine Zweifel.

Wieder aus dem Shop entkommen gings ein bisschen bummeln. Ein Schwätzchen im Schmuckshop, ein Abstecher zu Six und dann direkt rüber zu Claires (wobei ich den in Amsterdam immernoch viel netter finde) - in beiden Läden tummelten sich natürlich die Kiddies und gaben Mist von sich a la: "uuuuh, guck mal, das sieht bestimmt geil aus zu meiner Unterwäsche von New Yorker!" (das Kind war ca. 14...) oder auch "oh das ist perfekt für mein Top von Gucci - das hat mir der Freund meiner Mum geschenkt, der ist auch echt heiss!" (Alter: ca. 15?).
Entspannung gabs dann erst in der Alte-Damen-Handarbeitsabteilung von Karstadt, mein Rock brauchte noch einen Reissverschluss.

Danach hatte ich eindeutig genug und machte mich auf den Weg zur Haltestelle. Da die Bahn durch einen Autounfall aufgehalten wurde hatte ich mal wieder Zeit die Spezies Kiddie zu beobachten.
Direkt vor mir hatte sich ein Grüppchen zusammengefunden. Klassische Aufteilung: Die Queen, blond, Kaugummikauend (erinnerte ein bisschen an ein Kamel), ein Piercing mit Glitzerstein in der Lippe, schlecht angezogen - alles in allem ziemlich billig, aber die Wortführerin. Leider leider dämlich. Sie erzählte in einer Tour von der letzten Party und wie besoffen sie war.
Daneben der Macker: in Markenklamotten gekleidet von oben bis unten, man sah ihm die Muckibude an - allerdings hatte seine Haut die Struktur von Haferbrei und den Stimmbruch hatte er auch noch nicht überstanden.
Neben der Queen die Hofdame: unscheinbar im Schatten, sonnte sich aber im Licht der Queen - man hoffe mal für sie, dass sie bald begreift dass sie sowas nicht nötig hat - sie sah eindeutig klüger aus.
Und dann noch die Outsider: ein Pärchen, sie punkig angehaucht, er mehr so der Surferboy aber wohl durch seine Beziehung mit der kleinen Punkerin geächtet von der Queen. Auch er hatte den Stimmbruch noch nicht hinter sich, was mich zu der Frage führt: wie alt können die alle gewesen sein? Maximal 14.
Ich bin mit 14 noch nicht in knackengen Jeans gepaart mit Ausschnitten, die die Hühnerbrust betonen und tonnenweise Schmuck rumgelaufen. Meine Klassenkameradinnen eindeutig auch nicht.

Was ist nur mit denen los? Wie kommt das, dass sich die Jugendlichen mit 14 Jahren zu Vamps und Aufreissern entwickeln? Ich meine mich zu erinnern, dass in meiner Klasse das Phänomen der strikten Trennung von Jungs und Mädchen zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz überwunden war, zumindest nicht soweit, dass man sich hätte Gedanken machen müssen ob sich Töchter an den Kerl der Mutter ranschmeissen oder Söhne mit 14 das erste mal entdecken dass man ein Mädchen mit ausreichend Alkohol leicht flachlegen kann.

Bleibt nur zu hoffen, dass meine Kinder nicht auch irgendwann zu kleinen asozialen Mistbratzen mutieren...
23.9.10 15:00


Say goodbye

Manchmal muss man sich einfach verabschieden.

Von Dingen, Menschen und Illusionen.

In meinem Fall betraf das die letzten Wochen alle drei.

Ich hab mich endgültig von ein paar Dingen getrennt, die mich an eine Zeit erinnerten, die zwar von Glück, aber vor allem von Leid geprägt war. Nicht ganz einfach, aber notwendig. Außerdem hab ich mich mal wieder durch meinen Schrank gewühlt und mit dem ein oder anderen Teilchen den Altkleidercontainer satt gefüttert.

Ich hab mich von einem Menschen endgültig verabschiedet, der mir wichtig war, aber mein Leben derart durcheinander gebracht hat, dass ich ihn nicht mehr darin haben wollte. Hat weh getan, aber ich fühle mich leichter, freier, nicht mehr verpflichtet, für jemanden da zu sein, für den ich es nicht sein will. Ich hab mich von der Gewohnheit verabschiedet, für ihn da sein zu wollen. Ich brauch es nicht. Musste ich aber auch erst mal lernen.
Ich habe mich von Menschen verabschiedet, die für eine Zeit stehen, an die ich mich nicht erinnern möchte und bin froh, dass sie nicht mehr zu meinem Leben gehören.

Ich hab mich von der Illusion verabschiedet, nach einem Krieg eine Freundschaft führen zu können. Auch das hat weh getan, weil es einen meiner festen Grundsätze umwirft. Aber manche Dinge müssen ein Ende finden.
Auch von der Illusion, immer alles richtig machen zu müssen habe ich mich verabschieden müssen. Ich kann es nicht. Keiner kann das.
Ich habe mich von der Illusion verabschiedet, dass Menschen im Grunde immer gut sind. Sie sind es nicht. Manche sind dumm, ignorant, selbstsüchtig und gelegentlich auch einfach wiederlich dämlich.

Aber ich habe auch viele Dinge willkommen geheissen.

Ich habe mich mit Herz und Seele auf meine Beziehung eingelassen.
Ich habe gelernt, Warnzeichen meiner Psyche ernst zu nehmen und dem entsprechend zu handeln.
Ich habe eine gewisse Ignoranz manche Menschen betreffend zugelassen, was eigentlich nicht meine Art ist.
Ich habe Menschen in mein Leben gelassen, die es wert sind und bin froh und dankbar sie zu haben.
Ich freue mich auf meine Zukunft und auf meine neue Arbeit.

Ich habe das Gefühl, meinen Platz gefunden zu haben.
8.9.10 20:04


Me, Myself and I

Wie bist du? Was macht dich aus? Was magst du, was nicht? Fragen, die mich bei jeder Neuanmeldung auf Communities vor eine Herausforderung stellen.

Sicher, ich hab eine recht genaue Vorstellung davon, wie ich bin.

Aber woher weiss ich, wieviel davon tatsächlich so ist, wieviel mir meine Psyche erzählt um über Mängel hinwegszutäuschen, die mir mein Selbstbewusstsein rauben würden?
Wieviel versteckt man letztendlich vor sich selbst?

Klar, sich selbst rosa anmalen kann jeder. Aber wer kann wirklich ehrlich zu sich selbst sein? Und wer stellt schlechte Eigenschaften dann auch noch auf einer Plattform ins Rampenlicht?
Wer zeigt sozusagen seine persönliche Rampensau, den Schweinehund jedem, der des Lesens mächtig ist?

Ich stelle fest, dass es sehr viel einfacher ist, andere zu durchleuchten, zu analysieren, zu bewerten und Mängel aufzudecken als das bei sich selbst zu versuchen.

Nichtsdestotrotz hab ichs mal versucht - Seelenstriptease vorm Spiegel ^^

Mal gnadenlos gesagt: ich bin eine richtig ätzende Zicke, wenn ich nicht bekomme, was ich will. Ich bin besitzergreifend, eifersüchtig, oft genug neidisch auf andere. Ich bin arrogant und betrachte Menschen gern erstmal von oben, bevor ich mich auf die Sicht auf Augenhöhe einlasse.Ich bin rachsüchtig und kann so richtig fies werden, wenn mir jemand auf den Zeiger geht.

Ich rauche, trinke und esse zuviel, lebe im absoluten Chaos, weil ich einfach zu faul bin aufzuräumen und kann sone richtig assoziale Mistsau sein. Ich bin oft zu laut, stehe viel zu gern im Mittelpunkt und beiße jedem in die Waden, der mir potentiellen Erfolg vermiesen könnte.

Auf der anderen Seite bin ich in manchen Dingen entschieden zu vorsichtig, zum Teil regelrecht neurotisch und erwarte von meinem Umfeld, dass es sich den Regeln anpasst, die ich aufstelle. Außerdem verteidige ich meine persönlcihen Grenzen mit einer Vehemenz, die echt nerven kann - ich lasse mich ungern anfassen, schon garnicht unvorbereitet.
Soviel zur "dunklen Seite" (und ich bin mir sicher, dem einen oder anderen fällt noch was ein ^^).

Der Spass daran? Naja - sich mal bewusst zu machen, was an einem irgendwie "falsch" ist macht auch bewusst, was man "richtig" findet, mit welchen Eigenarten man leben kann und mit welchen nicht. Ich vertrete seit Jahren die Meinung, dass man auch seine andere Seite kennen und lieben muss anstatt sich vorzumachen, man sei ein Engel - das glaubt einem eh keiner, man selbst am wenigsten ^^
31.8.10 11:04


Soziale Werte

Leute - es reicht jetzt ihr habt euren Spass gehabt, Gerüchte gestreut, euch amüsiert. Und jetzt langts.

Ich hatte heute in einem völlig anderen Zusammenhang ein Gespräch über christliche Werte.
Ihr wisst ja, Jesus Christ Superstar ist nicht meine Baustelle. ABER: gewisse menschliche, soziale Werte sind durchaus gleich mit denen, die die Bibel predigt. Ein Beispiel? Bitte: Du sollst kein falsches Zeugnis geben.

Ich frage mich immer wieder, warum sowas offenbar so einen Spass macht.
Ehrlich, bevor ihr aus Langeweile Blödsinn erzählt besorgt euch nen Hund oder irgendeine Art giftiges Reptil - das hat dann zumindest eine wirksame Waffe wenns genervt ist.
Was da momentan wieder abläuft gehört eigentlich in die 5. Klasse, Hauptschule.

Erinnert euch doch bitte mal daran, was euch Mutti, Vati oder Fräulein Wunderlich im Kindesalter versucht haben, in eure kleinen, leeren Köpfe zu ballern: es gibt gewisse Verhaltensweisen, die den Menschen zum Menschen machen. Dazu gehört sowas wie niemandem Leid zuzufügen, ehrlich zu sein, allgemein soziales Denken und Handeln zu verfolgen und sich seinem Alter und Wissensstand entsprechend zu verhalten.

Ich meine, haben eure Eltern toleriert wenn ihr mit 9 Jahren noch einen Haufen in den Garten des Nachbars gemacht habt und den dann stolz hergezeigt habt? Wohl kaum.
Kann man übrigens auf viele Verhaltensweisen unserer Gesellschaft übertragen.

Somit hier mein persönliches, unchristliches aber dennoch sozial verträgliches Gebot: Mach keine Haufen in anderer Leute Garten.
25.8.10 13:57


Konfessionslos

Um gleich vorweg zu greifen: ich will und würde niemals jemanden verurteilen, wegen dem, was er glaubt und vertritt. First of all.

ABER: irgendwie erwarte ich das auch von meinem Gegenüber.
Beim Vorstellungsgespräch heute morgen wurde ich nach meiner Konfession gefragt. Meine ehrliche Antwort lautete: Ich bin konfessionslos.

Man fragte mich, ob ich in der Lage sei, die christlichen Werte einer Einrichtung auch nach aussen zu vertreten und ob mir bewusst sei, dass die besagte Einrichtung den Diakonischen Auftrag vertrete.
Ja, ist mir bewusst und ja, kann ich.
Man fragte mich, was das meiner Meinung nach für Werte seien.
Ich sagte: wenn ich hier arbeite, dann vertrete ich die Werte, die für eine gute Pflege stehen: soziales Denken und Handeln, Mitgefühl, Professionalität und den Willen und das Wissen, dem alten Menschen seinen letzten Lebensabschnitt so gut und angenehm wie möglich zu gestalten. Und ich sagte ihnen, dass ich der Auffassung bin, jeder Mensch, der in der Pflege arbeitet solle diese Werte leben und vertreten - ob christlich oder nicht.
Damit war man dann erstmal zufrieden. Aber dann kam die Frage, ob mir klar sei, dass viele der Bewohner sich wünschen, dass man mit ihnen betet, ihnen Hoffnung gibt, dass es Gottesdienste und Gedenkgottesdienste im Haus gebe und man von mir erwarte, daran teilzunehmen.
Ja, sagte ich, und betonte dass ich trotz meiner nicht christlich geprägten Erziehung durchaus bereit und in der Lage bin, das zu tun.

Ich möchte doch mal behaupten, dass der wichtigste und größte menschliche Wert meiner Auffassung nach die Empatie ist. Wenn das bedeutet, dass ich mit einem trauernden, verzweifelten Menschen bete, dann tue ich das selbstverständlich.

Ich finde es irgendwie seltsam, dass bei einem Vorstellungsgespräch mehr Aufmerksamkeit auf der religiösen Orientierung eines Menschen liegt als auf seinen pflegerischen Qualitäten...

Ich weiss nicht, ob ich mir mit meiner Antwort auf diese Fragen vielleicht einen Job verbaut habe - aber wenigstens stehe ich zu dem, was ich glaube - oder eben nicht glaube.
Ich finde es irgendwie nicht richtig, einen Menschen nach dem zu bewerten, was er glaubt. Wichtiger ist doch, professionelle Pflegende zu haben, die sich auf die Bedürfnisse der zu Pflegenden einstellen können - sei dieser dann Moslem, Christ oder Atheist - ist doch egal, hauptsache er kann den Menschen geben, was sie brauchen - oder?
25.8.10 12:16


More Moments

Und wieder so ein Tag.

Nach 5 Stunden Schlaf 2 Stunden vor der geplanten Zeit geweckt worden - Anruf von einem Heim, in dem ich mich beworben habe:
Ich: "Jaaah...? *gähn*"
Er: "Guten Morgen, XY mein Name vom Heim YX, Sie hatten sich bei uns beworben?"
Ich: *knallwach* "ja, guten Morgen, schön dass Sie sich melden!"
Er: "wir wollten Sie zum Vorstellungsgespräch einladen... sagen Sie, hab ich Sie geweckt?"
Ich: "ääähm.. ehrlich gesagt, ja"
Er: "Also, dafür dass Sie seit 10 Sekunden wach sind, sind sie aber ganz schön fit!" - und lacht >.<

Nuja, Termin ausgemacht, alles fein - und ich war WACH. Also, so richtig richtig WACH. Und knatschig, weil ich so wach war....

Erstmal unter die Dusche geschlichen, Zähne geputzt, Kaffee gemacht - und dann gings irgendwie nur noch rund: Führungszeugnis beantragt fürs Examen (inklusive 45 Minuten Wartezeit -.-°), einkaufen gegangen, mir nen Bandscheibenschaden geschleppt im Versuch, alles auf einmal zu tragen, wieder heim, umgezogen, - integriere Kaffeepause-.

Dann ab nach Bensheim zu nem Termin, danach auf Uli gewartet um die Zeit totzuschlagen bis ich die Jungs zum Grillen mit der Klasse holen kann, beim Warten ein Rudel Halbwüchsige belauscht ("Ey, die Alte ist so geil, die lutscht dir einen, ohne groß Politik zu machen!" - danke, too much input!), noch mal Kaffee bei Uli, Sonne aufm Balkon.

Jungs abgeholt, nach Lindenfels getuckert (uäh!), den Grill angeschmissen (wie war das? Die Männer machen das Feuer? Hmmmhm. Soso. Offenbar ist meine Erfahrung mit mittelalterlichen Grills für was gut ^^), Fleisch gegrillt, mich geräuchert.

Viel gelacht, alle wieder ins Auto geschmissen und in Bensheim abgeliefert, Kippchen bei Dalle geraucht und dabei fast eingepennt, nach Hause - und endlich endlich endlich wieder daheim - home sweet home.

Morgen wird einfach nur gegammelt. Ich werde mich nicht weiter als unbedingt notwendig von meinem Bett und dem darin befindlichen Mann wegbewegen ^^ was freu ich mich drauf
20.8.10 22:29


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