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Tod dem Buch?

Ich ärger mich. Wirklich. Ein Gespräch über das Aussterben des Buches ist der Grund für diesen Blog. Und ich finde es ärgerlich, dass es überhaupt Anlass gibt, ihn zu schreiben.



Rückblickend fand ich die FB-Aktion, sein Profilbild durch seinen Kindheits-Comichelden zu ersetzen ganz großartig. Allerdings hat sie mir auch klar gemacht, dass zwischen meiner Kindheit und der anderer ein großer Unterschied besteht: mein Kindheits-Comic-Idol war eine Figur, die ich mit 13 das erste mal über den Bildschirm flimmern sah. Weil sie generell die erste Comic-Figur war, die ich überhaupt über den Bildschirm flimmern sah. Das hat seinen Grund darin, dass meine Mutter eine Erziehungsmethode verfolgte, in der gewisse Dinge einfach als "pädagogisch nicht wertvoll" abgestempelt und verbannt wurden. So auch Animes/Mangas/Comics. Irgendwie auch berechtigt, muss ich sagen. Die Folge war, dass ich mir meine erste Barbie mit List erschleichen musste (da war ich 8), ich bis zu meinem 12. Lebensjahr nicht wusste, wie Cola schmeckt und ich eben erst mit 13 Jahren entdeckte, dass ein Fernseher mehr zu bieten hat als Tier- oder Landschaftsdokus, die Sendung mit der Maus und die Augsburger Puppenkiste.



Soweit, so gut. Aber was hab ich dann die ganze Zeit gemacht?



Ich war ungemein kreativ, habe gebastelt, gemalt, Verkleiden gespielt.

Und ich habe gelesen. Mit 5 Jahren hatte ich mein erstes Buch allein gelesen. Wer mein Zimmer kennt weiss, dass es nicht bei diesem einen geblieben ist.

Bezeichnend ist auch, dass ich in einem Spielwarenladen keine Chance bei meiner Mutter hatte, sie in einem Buchladen aber bereitwillig 70 DM auf einmal ausgegeben hat, damit ich Lesestoff habe und nicht irgendwann anfange, ihre Bücher zu lesen.

Meiner Meinung nach verdanke ich dieser Taktik große Teile meiner Kreativität - niemals hätte ich beim Verkleiden und Spielen so viele Ideen gehabt, wenn da nicht die Geschichten gewesen wären. Aus meiner kindlichen Phantasie hätte man ein Theaterstück machen können . Und auch die (von Jenny so geschätzte) Fähigkeit, mich mit Worten auszudrücken kommt meiner Meinung nach davon, dass ich so viele Wörter, Sätze, Geschichten gelesen habe von verschiedensten Autoren, in den verschiedensten Schreibstilen, den verschiedensten Zeiten und Ausdrucksweisen.



Und um zum Thema zurück zu kommen: wie sieht das heute aus? Ein Kind kann mit 5 Jahren einen Computer bedienen, aber nicht unbedingt auch lesen, was der ihm sagt.

Und selbst manch ein Erwachsener ist nicht in der Lage, einen Satz flüssig vorzulesen, geschweige denn, ihn vernünftig zu formulieren (und da wundern wir uns dass so viele Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz bekommen...).



Meines Erachtens liegt das auch daran, dass die Kinder nicht mehr lesen.

Und mit lesen meine ich "ein Buch lesen".

Ich meine damit nicht, sich am PC einen Artikel durchzulesen. Ich meine damit nicht, ein E-book zu lesen (pfui Spinne, ehrlich.).

Nein, ich meine damit, in die Geschichte einzutauchen, sie zu fühlen, Papier unter den Fingern zu spüren und das Geräusch der Seiten zu hören, wenn man sie umblättert. Ich meine damit das leise Knacken, wenn man ein Buch das erste Mal aufschlägt. Ich meine den Geruch eines Buches, dass seit 20 Jahren nicht mehr gelesen wurde und sich jetzt freut, dass es jemand tut.



Ein Buch, eine Geschichte zu lesen bedeutet auch, sie zu erleben.

Es bedeutet die Figuren der Geschichte lieben oder hassen zu lernen und mit ihnen zu fühlen.

Es bedeutet, dass man den Saharasand der Wüstengeschichte zwischen den Fußzehen spüren kann, dass man beginnt zu frieren, wenn der Autor von Schnee erzählt, dass man hört, wie der Sturm um die Mattisburg saust und Ronja Angst macht.

Es bedeutet, sich schlecht zu fühlen, als Emily ihr Augenlicht verliert (Christoph Marzi - Lycidas/Lilith/Lumen), mit Jill wütend zu sein, weil irgendwie alles schief geht (Jen Banbury - von einer, die auszog) oder gemeinsam mit Harry Bauchkribbeln zu haben, als er Cho küsst (Harry Potter und... - naa, das kennt ihr alle ^^).

Ein Buch, eine Geschichte bedeutet auch immer, zu lernen. In so vielen Büchern werden moralische Grundsätze vermittelt, erleben die Protagonisten Situationen, in denen sie Entscheidungen fällen müssen, grübeln die Charaktere über 10 Seiten über Gut und Böse. Klar, das tun sie in Filmen auch. Aber in gekürzter und mit Sicherheit weniger intensiver Form.

Kein Film, keine Doku, keine Serie kann dem Menschen (und vor allem dem Kind) so gut das Wesen der Welt und der Menschen nahe bringen wie es Bücher können. Nie wird einem ein E-Book oder ein Laptop das gleiche Gefühl vermitteln können, wie es ein Buch tut, wenn man abends im Bett liegt und eine Geschichte liest.



Ich finde, es wird Zeit das Buch zu retten. Sonst ist es irgendwann Tot.
1.12.10 15:00
 


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