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Da ist er wieder...

...der alt bekannte Frust. Man sollte meinen ich hätte mich an die Umstände, die meinen Job so begleiten nach fast vier Jahren langsam mal gewöhnt.



Mit nichten.



Ich hatte nie und habe noch immer kein Problem mit den rund heraus ekligen Seiten meiner Arbeit.

Ich hab an sich auch kein Problem mit dementiell erkrankten Patienten zu arbeiten (vorausgesetzt, sie machen mir das Leben - oder in dem Fall, die Nacht - nicht zur Hölle) und kann mittlerweile gut mit dem allgegenwärtigen Flair von Krankheit, Verfall und Tod umgehen von dem ein Altenheim unweigerlich umgeben ist.



Was mir aber immer wieder sauer aufstößt sind Kollegen. Auch solche, die ich eigentlich mag.

Weil mir ihre Einstellung - gelinde gesagt - auf den Sack geht.



Ein Beispiel: ich kann den Dienst auf der Demenzstation nicht besonders leiden. Ich bin nicht gern die ganze Nacht allein und ich habe irgendwann unterwegs die Stahlseile verloren, die ich mal an Stelle von Nerven hatte, wenns um Demente geht. Es ist einfach nicht mehr mein Ding. Zudem nehme ich von diesen Diensten immer wieder massive Rückenschmerzen mit heim, weil ein Patient, der Widerstand leistet (im Sinne von: och nee, ich dreh mich mal wieder zurück) einfach mehr "weh tut" als einer, der zwar schwer ist, aber einfach NICHTS tut. So weit, so gut.



Dann erwähne ich das gegenüber meinen Kolleginnen, die ich eigentlich wirklich leiden kann.

Und die Antwort fällt, zwischen den Zeilen gelesen, ungefähr so aus: "Ach, das geht schon alles; ich hab da nie Probleme; stell dich mal nicht so an."



Fakt ist: sie haben dieselben Probleme wie ich. Garantiert. Ich weiss das, weil manche Patienten eben einfach sind wie sie sind, egal wer da ist und egal, welche Taktik man anwendet um ihnen beizukommen.

Aber sie würden sich lieber die Wirbel einzeln zerbröseln lassen, als zuzugeben, was ihre Schwesternmentalität nicht zulässt: dass man manche Dinge eben einfach nicht kann. Oder nicht mag. Oder beides.



Ich weiss nicht, obs an meiner Ausbildung liegt oder an meiner großen Klappe oder an meinem Dickkopf, aber ich habe in vier Jahren Pflege nicht viel gemacht, was ich nicht machen wollte.

Wenn sich mir bei bestimmten Gerüchen der Magen hebt oder mich ein bestimmter Patient zur Weißglut treibt schäme ich mich nicht, meine Kollegen zu bitten, mir zu helfen, mit mir zu tauschen, mich zu entlasten - ich tu ja auch das Selbe für sie. Das ist doch das A und O in diesem Beruf - seine Grenzen zu kennen und sie zu akzeptieren. Nicht umsonst beträgt die Berufsverweildauer in der Altenpflege 5 Jahre - 3 Jahre Ausbildung bereits eingerechnet. Weil keiner sagt: "ich kann oder will das nicht!". Weil jeder meint, alles zu können sei die ultimative Prämisse.



Ich könnte das ja noch verstehen, wenn vor den Heimen Schlangen arbeitswilliger, kompetenter Pflegekräfte stünden - aber ich seh die nicht. Warum also sind Pflegende nicht in der Lage, Schwäche zuzugeben, etwas abzulehnen, sich von dieser ewigen Rolle des Helferleins zu distanzieren? Wir sind nicht ohne Weiteres ersetzbar. Wir sind Mangelware. Gerade die, die kompetent sind. Wir haben das Recht, auch mal nein zu sagen, auch mal Sonderwünsche zu haben, auch mal zu sagen: ich WILL das nicht.





Es ist traurig, dass Kollegen auf einen herab sehen, einen als schwach sehen, nur weil man seine Grenzen kennt und sich weigert, sie zu überschreiten. Ich persönlich sehe gerade das als meine Stärke - ich weiss, wann für mich Schluss ist. Ich ziehe Grenzen und halte sie ein. Ich glaube dass das der einzige Weg ist, in diesem Beruf nicht irgendwann gegen die Wand zu rennen.





In diesem Sinne wünscht euch einen frustfreien Tag....





....Devi
10.3.11 06:42
 


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